Wie bezahlen Sie die Rechnungen weiter nach einem Todesfall?

Wie bezahlen Sie die Rechnungen weiter nach einem Todesfall?

Um die Rechte der Erben zu sichern, ist die KBC gesetzlich verpflichtet, vorübergehend die Konten und Schließfächer des Verstorbenen und des Ehepartners zu sperren. Das macht es nicht immer einfach, Bankangelegenheiten abzuwickeln. Bei der KBC sorgt Ihr Nachlassexperte dafür, dass Sie Ihre Rechnungen weiter bezahlen können.

Warum werden die Konten bei einem Todesfall gesperrt?

Wenn ein Kunde oder der Ehegatte eines Kunden stirbt, hat die KBC zwei gesetzliche Verpflichtungen:

  • eine korrekte Steuererklärung an das Finanzamt zu schicken
  • und die Guthaben auf Konten und den Inhalt des Schließfachs des Verstorbenen an die rechtmäßigen Erben freizugeben

Darum muss die KBC vorübergehend die Konten und Schließfächer sowohl des Verstorbenen als auch des Ehegatten sperren. Dies geschieht, sobald wir über den Tod informiert werden. Konten und Schließfächer, die nur auf den Namen des gesetzlich zusammenwohnenden, überlebenden Partners lauten, werden nicht gesperrt.

Wie können Sie die Rechnungen weiter bezahlen?

Auf einem nicht gesperrten Konto wird Ihnen ein Betrag zur Verfügung gestellt

Ihr Nachlassexperte unternimmt sofort die erforderlichen Schritte, um dafür zu sorgen, dass Sie als überlebender Ehegatte oder gesetzlich zusammenwohnender Partner einen Betrag einem nicht gesperrten Konto erhalten. Damit können Sie weiter Einkäufe tätigen und Zahlungen durchführen.

Dieser Betrag darf nicht höher sein als die Hälfte aller Gelder, die auf den Giro-, Spar- und Terminkonten stehen, höchstens aber 5000 Euro1 betragen. Das gilt als gesetzlicher Höchstbetrag für alle Banken zusammengenommen.

Der Betrag wird auf dem Konto, das mit Ihrer Debitkarte verknüpft ist, auf das Ihr Gehalt oder Ihre Rente gezahlt werden und von dem aus die meisten automatischen Zahlungen erfolgen, zur Verfügung gestellt. Bei der Meldung des Todes können Sie selbst auch angeben, welches Konto Sie als Konto für das Mindesteinkommen vorziehen. Das darf auch das gemeinsame Konto sein. So können Sie Ihre Geldkarte und in bestimmten Fällen Ihre Kreditkarte weiterhin benutzen.

Bestimmte Rechnungen können Sie noch vom gesperrten Konto aus begleichen

  • Mit dem Konto für das Lebensgeld des überlebenden Partners verknüpfte Lastschriften und Daueraufträge laufen weiter. Nur Spardaueraufträge werden gelöscht.
  • Von den gesperrten Konten aus können bestimmte Rechnungen trotzdem bezahlt werden. Auch bestimmte Bezahlungen per mit dem gesperrten persönlichen Konto des überlebenden Partners verknüpfte Lastschriften oder Daueraufträge kann Ihr Nachlassexperte stattfinden lassen. Es handelt sich dann um Rechnungen und Zahlungen bezüglich:
    • der Bestattungskosten
    • der letzten medizinischen Kosten der verstorbenen Person
    • der Miete des Schließfaches
    • die Raten eines Teilzahlungskredites
    • der Kosten im Zusammenhang mit dem letzten Wohnsitz der verstorbenen Person
Für Domizilierungen auf den Namen des Verstorbenen ist die KBC gesetzlich verpflichtet, den Gläubiger über den Todesfall zu informieren. Damit kann dieser die Zahlung über einen anderen Weg anbieten, etwa über eine Rechnung. 

Was bedeutet das für die gesperrten Konten?

  • Sie können von den gesperrten Konten kein Geld mehr abheben. Einzahlungen oder Überweisungen auf gesperrte Konten bleiben möglich. Zahlungen, die vor dem Todesfall mit einem späteren Ausführungsdatum registriert wurden, werden ebenfalls noch ausgeführt.
  • Die Debitkarten auf den Namen des Verstorbenen werden gelöscht. Die auf den Namen des überlebenden Partners können weiter benutzt werden. Mit den Karten, die mit einem gesperrten Konto verbunden sind, können Sie das Konto nur abrufen.
  • Bei Kreditkarten des Flex-Typs oder Pinto Visa, bei denen der Vertrag auf beide Partner lautet, wird das komplette Dossier endgültig gelöscht. Demnach können weder die Karten auf den Namen des Verstorbenen noch die auf den Namen des überlebenden Partners nicht mehr benutzt werden. Nach Freigabe der Konten kann der überlebende Partner eine neue Flex-Kreditkarte beantragen. Steht der Kreditvertrag nur auf den Namen des überlebenden Partners und ist die Karte mit einem nicht gesperrten Konto verknüpft, kann die Karte weiter benutzt werden.
  • Bei anderen Kreditkarten werden die Karten auf den Namen des Verstorbenen gelöscht. Die Karten auf den Namen des überlebenden Partners bleiben bestehen. Wenn diese Karten mit einem gesperrten Konto verbunden sind, können Sie vorübergehend keine Transaktionen damit ausführen.
  • Vollmachten bekannter Pflichtteilserben2 für die gesperrten Konten bleiben gültig, bis die Erbschaft geregelt ist. Sie können die Konten damit nur abrufen. Vollmachten nicht (bekannter) Pflichtteilserben werden gestrichen. Ihr Experte kann eventuell eine neue informatorische Vollmacht eingeben, sobald wir sicher sind, dass Sie Pflichtteilserbe sind. Vollmachten für die gesperrten Schließfächer verfallen.
  • Das Abonnement für Internetbanking auf den Namen des Verstorbenen wird gelöscht. Als überlebender Partner können Sie in KBC Touch und KBC Mobile Banking die Konten nur noch abrufen.

Wann kann die KBC die Konten wieder freigeben?

Die KBC kann die Konten nur freigeben, nachdem:

  • die Steuererklärung durch die KBC erfolgt ist
  • uns eine Erbfolgeurkunde oder ein Erbschein vorliegt, aus denen hervorgeht, wer die Erben des Verstorbenen sind, und ob es Steuer- oder Sozialabgabenrückstände gibt. Ihr Nachlassexperte erteilt Ihnen gern weitere Informationen darüber, wie und wo Sie diese Dokumente erhalten können.

Tipp: Die Frist für die Abwicklung des Nachlasses wird erheblich gekürzt, wenn alle Steuer- und Sozialabgabenrückstände, wie etwa Einkommenssteuer, Immobiliensteuer, Autosteuer usw. beglichen worden sind, bevor man eine Erbfolgeurkunde oder einen Erbschein beantragt. Achtung! Achtung! Es geht nicht nur um die Steuer- und Sozialabgabenrückstände des Verstorbenen, sondern auch um die der Erben!

  • alle Erben eine Erklärung über die Art und Weise, wie die Guthaben aufgeteilt werden sollen, unterzeichnet haben
  • gegebenenfalls andere vorgeschriebene Formalitäten erfüllt wurden (z. B. wenn Erben im Ausland leben)

Sobald wir den Erbschein oder die Erbfolgeurkunde erhalten, können wir das Schließfach öffnen und das Inventar des Inhalts erstellen. Das geschieht in Anwesenheit des überlebenden Ehepartners und aller Erben. Auch die Steuerverwaltung muss eingeladen werden, aber die wird selten auch wirklich anwesend sein. Nach der Inventarisierung und der schriftlichen Zustimmung aller Erben wird der Inhalt des Schließfaches freigegeben, vorausgesetzt, es gibt keine Schulden mehr bei den Steuern oder Sozialabgaben. Wenn Erben außerhalb des EWR3 wohnen oder wenn es geschäftsunfähige Erben gibt, sind weitere Formalitäten erforderlich. Ihr Nachlassexperte erteilt Ihnen dazu die nötigen Auskünfte.

1 Die KBC hat diesen Betrag auf der Grundlage der gesetzlichen Bedingungen für Sie berechnet, berücksichtigt aber die Beträge, die Sie gegebenenfalls bei einer anderen Bank als Lebensgeld erhalten, nicht. Wenn Sie insgesamt mehr Geld als die per Gesetz vorgesehenen Höchstbeträge abheben oder überweisen, dann wird der übersteigende Betrag von Ihrem Anteil am Gemeinschaftsvermögen, der Bruchteilsgemeinschaft oder dem Nachlass abgezogen. Sie nehmen damit außerdem eine Antrittshandlung hinsichtlich des Nachtrags vor. Sie können den Nachlass dann auch nicht mehr ausschlagen oder unter der Rechtswohltat des öffentlichen Erbschaftsinventars antreten.

2 Pflichtteilsberechtigte Erben sind die Nachkommen, die Blutsverwandten in aufsteigender direkter Linie (wenn es keine Nachkommen gibt) und der überlebende Ehegatte. Sie haben Anspruch auf einen bestimmten Teil Ihres Nachlasses, den sogenannten Pflichtteil.

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