Wird Europa der nächste Hotspot für Investoren sein?
Jeder spürt es: Die Geopolitik macht sich an der Zapfsäule, auf der Energierechnung, im Einkaufswagen und auch bei den Investitionen bemerkbar. Strategische Autonomie ist Europas Antwort auf diese Unsicherheit: weniger Abhängigkeit, mehr Kontrolle.
Wird Europa der nächste Hotspot für Investoren sein? Mark Van Assche, account manager Private Banking und Wealth Office, spricht darüber mit Heng-Ta Quach, Kundenbetreuer bei KBC Asset Management.
26/03/2026
Was ist auf den Finanzmärkten passiert?
Wie reagieren die Anleger darauf?
Die Schwankungen an den Aktienmärkten nehmen zu
- Die Unklarheit über die Dauer und Intensität des Konfliktes im Nahen Osten belastet die Stimmung der Anleger.
- Die Anleger fragen sich, wie hoch die Energiepreise im Zuge des Iran-Konflikts steigen werden. Teure Energie schlägt sich schließlich in der Inflation nieder. Dies erklärt den allmählichen Anstieg des Marktzinses für Anleihen.
- Der Krieg mit dem Iran hat in den letzten Wochen zu Schwankungen an den Aktienmärkten geführt, aber insgesamt war die Reaktion mäßig. Die anhaltend hohe Bewertung führt jedoch zu einer begrenzten Fehlermarge. Die gute Nachricht ist, dass die US-Banken die Ergebnissaison gewohnheitsgemäß stark begonnen haben.
Was ist in der Welt passiert?
Iran-Waffenstillstand verschafft Atempause
- Obwohl ein vorübergehender Waffenstillstand erklärt wurde, stellt der Krieg mit dem Iran nach wie vor ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft dar, sollte die Energieversorgung über einen längeren Zeitraum unterbrochen bleiben.
- Aufgrund der Auswirkungen der Energiekrise infolge des Iran-Konflikts wurden die Wachstumserwartungen sowohl in Europa als auch in den USA nach unten korrigiert. Sie liegen nun auf einem niedrigeren Niveau als im vergangenen Jahr.
- Das teure Öl schlägt sich bereits in der Inflation nieder. Mehrere Länder setzen strategische Ölreserven ein, um den Druck auf die Wirtschaft zu mindern, allerdings bislang ohne großen Erfolg. Gleichzeitig werden in den großen Volkswirtschaften politische Maßnahmen ergriffen, um das Wachstum zu stützen, wie zusätzliche Konjunkturmaßnahmen in China und konkrete Investitionspläne in der Eurozone.
- Die EZB und die Fed halten ihre Leitzinsen derzeit stabil. Eine Leitzinssenkung ist nicht mehr zu erwarten.
- In den letzten Monaten kamen Sorgen hinsichtlich privater Kredite, d. h. Kredite außerhalb der traditionellen Banken, auf.
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