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Künstliche Intelligenz ist ein Gamechanger für die Vermögensverwaltung.

Die Finanzwelt schöpft das Potenzial der künstlichen Intelligenz (KI) voll aus. Dabei geht es nicht nur um Investitionen in KI-Aktien, sondern auch um die Verwaltung von Anlageportfolios mithilfe von KI. 

Künstliche Intelligenz ermöglicht es Vermögensverwaltern, sich auf ihren tatsächlichen Mehrwert für die Anleger zu konzentrieren.

Jürgen Verschaeve, Chief investment officer KBC Asset Management


 

KI erweitert die Grenzen des quantitativen Anlegens. Das Wesen des Geldanlegens bleibt unverändert, aber wir erhalten unendlich viele neue Möglichkeiten, einzigartige Daten zu untersuchen und neue Erkenntnisse zu gewinnen", sagt Sofie Reyners, Expertin für quantitatives Anlegen bei KBC Asset Management. Quantitatives Anlegen ist nichts Neues. Seit den 1970er Jahren suchen Analysten nach Möglichkeiten, auf der Grundlage numerischer Daten aus der Vergangenheit Vorhersagen über die Zukunft zu treffen. Dennoch ist dies immer eher komplementär zur Fundamentalanalyse geblieben, bei der sich Analysten hauptsächlich den inneren Wert einer Geldanlage anschauen. 

„Quantitatives Anlegen gewinnt an Bedeutung“, sagt Reyners.  Die Menge der verfügbaren Informationen nimmt exponentiell zu, und gleichzeitig verbessert sich die Qualität der KI-Analysen stark. Inzwischen hat ChatGPT gezeigt, dass KI sogar zur Textanalyse in der Lage ist.
„Mit Hilfe von KI ist es möglich, die Reden von CEOs und Finanzdirektoren zu analysieren, um herauszufinden, wie positiv oder negativ sie sind. Diese Möglichkeit hatten wir vor fünf Jahren noch nicht, während sie als Ergänzung zu anderen Analysen sehr bereichernd sein kann", sagt Jürgen Verschaeve, Chief Investment Officer bei KBC Asset Management.

 

Die KI verschiebt die Grenzen des quantitativen Investierens. Das Wesen des Investierens bleibt unverändert, aber wir erhalten endlose neue Möglichkeiten, einzigartige Daten zu untersuchen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Sofie Reyners, Expertin für quantitative Anlagen bei KBC Asset Management


 

Trendwatcher

Mit KI können Vermögensverwalter ihre Effizienz erheblich verbessern. Analysten verbringen viel Zeit mit der Datenanalyse, um bestimmte Aktien auf ihre Kaufwürdigkeit zu prüfen. Durch den Einsatz von KI gewinnen die Analysten Zeit. „Das ist übrigens auch eine Notwendigkeit. Die Digitalisierung erzeugt riesige Mengen an Informationen. Diese Daten sind so umfangreich, dass wir sie auf herkömmliche Weise nicht mehr effizient verarbeiten können. Mit KI angereicherte quantitative Modelle haben ein unglaubliches Datenverarbeitungspotenzial. Sie treffen Entscheidungen mit hoher Geschwindigkeit auf der Grundlage von Echtzeit-Erkenntnissen", sagt Reyners.

Dadurch ändert sich auch die Rolle der Analysten. „Die meisten KI-Modelle suchen in früheren Daten nach Korrelationen. Aber ein Bild der Zukunft zu entwickeln ist etwas, das nur Menschen können. Analysten entwickeln sich mehr und mehr zu Trendbeobachtern, die feststellen sollen, welche zukünftigen Entwicklungen die Anleger berücksichtigen sollten. Das ist der eigentliche Mehrwert von Analysten. KI kann eine unterstützende Rolle spielen, aber die ausschlaggebende Sichtweise wird immer noch von Menschen kommen", sagt Verschaeve.

 

Mit Hilfe von KI ist es möglich, die Reden von CEOs und Finanzdirektoren zu analysieren, um herauszufinden, wie positiv oder negativ sie sind.

Jürgen Verschaeve, Chief investment officer KBC Asset Management

Umsetzung

KI-Anwendungen in der Vermögensverwaltung sind keine Zukunftsmusik mehr, sie sind Realität. KBC Asset Management zum Beispiel hat in den letzten Jahren bereits stark in KI-Know-how investiert. „Wir haben bescheiden angefangen. Die künstliche Intelligenz läuft bereits seit mehreren Jahren im Hintergrund. Jetzt fühlen wir uns komfortabel genug, um weitere Schritte zu gehen. Heute können wir sagen, dass sich KI wirklich auf unser tägliches Geschäft auswirkt und eine wertvolle Ergänzung für Analysten und Fondsmanager darstellt“, sagt Reyners. Fonds, die vollständig von einem KI-Modell gesteuert werden, sind derzeit vor allem für diejenigen gedacht, die frühzeitig von der KI-Technologie überzeugt sind.

 

KI wirkt sich effektiv auf unser tägliches Management aus und stellt eine wertvolle Ergänzung für Analysten und Fondsmanager dar.

Sofie Reyners, Expertin für quantitative Anlagen bei KBC Asset Management


 

"In der Vermögensverwaltung wird die Rolle der KI immer weiter wachsen", sagt Verschaeve. „Die Technik wird den Menschen niemals vollständig ersetzen. KI gibt uns neue Möglichkeiten, aber es wird immer Menschen brauchen, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Die Grundprinzipien des Anlegens bleiben unverändert. Anlageentscheidungen sind faktenbasiert, umsichtig und wirtschaftlich solide, selbst wenn innovative Techniken wie KI in die Verwaltung einbezogen werden. Das ändert sich nie.“

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Dieser Artikel ist rein informativ und sollte nicht als Anlageberatung angesehen werden.