Power Play: Investitionen in das neue Stromzeitalter
Weltweit steigt die Stromnachfrage so schnell und so deutlich wie seit Jahren nicht mehr. Nicht, weil die Bevölkerung stark wächst, sondern weil unsere moderne Wirtschaft immer mehr Strom benötigt. Gleichzeitig stößt das Angebot auf einenunerwarteten Engpass: das Stromnetz selbst. Was bedeutet das für die Wirtschaft, für die Unternehmen ... und letztlich für die Anleger?
Mark Van Assche, account manager Private Banking und Wealth Office, spricht darüber mit Heng-Ta Quach, Kundenbetreuer bei KBC Asset Management.
26/02/2026
Was in der Welt geschieht und die Folgen für die Finanzmärkte?
Wirtschaft
- Das nachlassende Beschäftigungswachstum und die schrumpfenden Sparüberschüsse sowie die wegen der gestiegenen Einfuhrzölle weiterhin hohe Inflation belasten die Kaufkraft der US-Verbraucher. Eine Rezession wird von unseren Volkswirtschaftlern nicht erwartet. Die Zahlen für das vierte Quartal wurden nach oben korrigiert, aber die Erwartungen für das kommende Jahr bleiben unverändert und liegen leicht unter den Werten der letzten Jahre. Wir sprechen also immer noch von einer Wachstumsverlangsamung.
Rohstoffpreise und Inflation
- Die Inflationszahlen scheinen unter Kontrolle zu sein. In den USA liegen sie über dem Zielwert, aber nicht übermäßig, in Europa bei etwa 2%. In den gemeldeten Zahlen sind jedoch die Auswirkungen des starken Anstiegs der Öl- und Gaspreise aufgrund der Unruhen im Nahen Osten noch nicht berücksichtigt.
- Einige Länder und Organisationen werden ihre strategischen Ölreserven anzapfen, was den Druck mindert, aber den Ölpreis noch nicht wirklich senken kann.
- In den USA erklärte der Oberste Gerichtshof Trumps Erhöhung der Einfuhrzölle für rechtswidrig. Daraufhin setzte er sie umgehend mittels eines anderen Gesetzesartikels um. Inzwischen prüft die Trump-Regierung andere Methoden, um Einfuhrzölle durchzusetzen.
Haushalts- und Geldpolitik
- Das Haushaltsgesetz „Big Beautiful Bill“, mit dem hauptsächlich die auslaufenden Steuersenkungen aus Trumps vorheriger Amtszeit verlängert werden, stellt einen beschränkten Wachstums-Impuls in Aussicht. In der Zwischenzeit ist der Shutdown der US-Regierung vorerst aufgehoben worden.
- China unterstützt seine schwächelnde Wirtschaft weiterhin regelmäßig durch neue Fördermaßnahmen. In der Eurozone werden die angekündigten umfangreichen Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur allmählich konkreter, auch wenn sich dies vor allem in den Jahren 2026 und 2027 auswirken wird.
- Die EZB hielt den Einlagesatz im September konstant bei 2% und machte weitere Schritte von den Wirtschaftsdaten abhängig. Es gibt Stimmen, die andeuten, dass die EZB als Reaktion auf die steigenden Energiepreise den Leitzins anheben könnte. Unsere Ökonomen gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr keine weitere Zinssenkung durch die EZB geben wird. Die Fed ließ den Leitzins wie erwartet unverändert. Wir rechnen nach wie vor mit zwei Zinssenkungen, nun aber in der zweiten Jahreshälfte 2026.
- US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh zum nächsten Fed-Vorsitzenden ernannt, was allerdings noch vom Senat bestätigt werden muss.
Anleihenmärkte
- Trotz des schwächeren Wachstums, der sinkenden Inflation und zurückgehenden Leitzinsen bleiben die Anleihezinsen sowohl in den USA als auch in Europa auf einem etwas höheren Niveau.
- Die fiskalische Wende der neuen deutschen Regierung, die die Schuldenbremse löst und einen großzügigen Haushalt für Konjunkturmaßnahmen und Verteidigungsausgaben bereitstellt, erklärt wiederum die höheren Zinsen in Europa.
- Aufgrund der - erneut - instabilen politischen Lage in Frankreich stiegen auch dort die Marktzinsen etwas weiter an.
- In den letzten Wochen konnte sich der Zins jedoch normalisieren und etwas stabilisieren.
Aktienmärkte
- Die Aktienmärkte kletterten in den letzten Wochen erneut auf historische Höchststände. Nach einem soliden Jahr 2025 starteten die Märkte stark ins neue Jahr. Die Gewinnerwartungen sind sowohl für das vierte Quartal als auch für dieses Jahr hoch, was die starke Performance erklärt. Die erwarteten Investitionen, sowohl in staatliche Projekte als auch in die KI-Infrastruktur, treiben die Gewinne an.
- Diese hohen Bewertungen und optimistischen Gewinnerwartungen verringern jedoch die Fehlermarge. Die Berichtssaison neigt sich dem Ende zu, mit einem breit gestreuten, aber insgesamt starken Gewinnwachstum, insbesondere in den USA.
Risiken
- Der Konflikt im Iran geht in die zweite Woche, wobei es widersprüchliche Berichte über seine voraussichtliche Dauer gibt.
- Der US-Präsident hat Grönland ins Visier genommen, möchte aber keine militärische Gewalt einsetzen, um sein Ziel zu erreichen.
- Nach einigen Konkursen nehmen die Zweifel über die Gesundheit der privaten Kreditgeber zu.
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